Ich wundere mich nur. Darüber, dass meine eigenen Fußspuren vom Wind fortgeweht werden, ehe ich Zeit habe, sie anzuschauen.
Haruki Murakamis Protagonistin in „Schlaf“ schläft nicht mehr. Sie hat sich bewusst dazu entschieden, die nächtliche Ruhezeit zu streichen. Erst so findet sie wieder zu sich. Eine junge Frau, Ehemann, ein Sohn. Zu beiden führt sie keine besonders innige Beziehung. Den Mann empfindet sie gar als hässlich, erschöpft, ausgelaugt. Jeder Tag gleicht dem anderen. Mit der Entscheidung, nicht mehr zu schlafen, ändert sich alles. Die 30-jährige Mutter verschlingt „Anna Karenina“ und viel Schokolade, sie zieht konzentriert ihre Bahnen im Schwimmbad und tritt in völllig neue Sphären.

Warum „Schlaf“?

Ich gehöre zu den absoluten Haruki-Murakami-Fans und stehe ehrlicherweise seinen Büchern nahezu unkritisch gegenüber. Seine Romane oder Erzählungen fesseln mich und es ist mir nahezu unmöglich, sie aus der Hand zu legen. „Schlaf“ ist eine kurze Geschichte, in der uns Murakami teil haben lässt an der Verzweiflung einer japanischen Mutter und die uns am Ende – wie so oft bei dem Besteller-Autor – fast ratlos zurücklässt. Die Ausgabe, die ich zitiere, ist mit atmosphärischen Illustrationen von Kat Menschik ausgestattet. Diese machen das Büchlein „Schlaf“ zu einem außergewöhnlichen Ausflug in eine wundersame Traumwelt. Die FAZ schreibt über „Schlaf“: „So wird aus dem Bändchen ein Märchenbuch voller Schrecken und Faszination.“ Übrigens: Ich habe zuerst „Schlaf“ gelesen und habe erst dann Lust auf „Anna Karenina“ bekommen, das schließlich zu einem meiner -Bücher wurde.

Lesetipp

„Schlaf“ ist prima geeignet für eine Zugfahrt von München nach Hamburg. Mit 77 Seiten ist das Buch schnell durchgelesen. Außerdem eine nette Geschenkidee für die gestresste Mutti. „Schlaf“ ein guter Einstieg für alle Murakami-Anfänger.  Die Geschichte ist durchaus sehr typisch für den Autor – intensiv und voller Möglichkeiten.

 Details zu „Schlaf“ von Haruki Murakami

Das Band „Schlaf“ erschien bei Dumont im Jahr 2009. Die Erzählung wurde erstmals 1990 mit dem Titel „Nemuri“ im Band „TV Piipuru“ veröffentlicht. Noch mehr Japan  

Über Hella

Ich bin Hella. Mein Hobby ist angeln, Sätze angeln. Und die teile ich ab sofort auf meinem Blog. Ich lese schrecklich gerne und habe es im letzten Urlaub auf 22 Bücher gebracht. Okay, ich gebe zu, wir waren zehn Wochen auf Reisen. Wenn ich nicht lese oder reise, schreibe ich in einer Online-Redaktion in München News für Teenager. Was ich sonst noch mag: Gorgonzola, Coq au Vin, Tan Tan Men, gebratene Aubergine, Django Django, Element of Crime, Alexandra (ehrlich! voll!), Chilly Gonzales, Adam Green, Fleet Foxes, Zaz.

© Die Satzfischerin

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