Denn er hatte die Zeitmaße seines menschlichen Ursprungs weit hinter sich gelassen; jetzt, da er das gewundene Band der sternenlosen Nacht betrachtete, ahnte er bereits die ersten Andeutungen der Ewigkeit, die sich vor ihm auftat.
Das Buch 2001 – Odysee im Weltraum ist mit dem SciFi-Kino-Klassiker aus 1968 unmittelbar verbunden; Es ist der Roman zum Film, den Arthur C. Clarke und Stanley Kubrick gemeinsam erarbeiteteten. Die Geschichte beginnt am Anfang, und zwar am echten Anfang: in der Ur-Nacht, in jener Nacht, in der sich ein Menschenaffe erstmals als „Herr der Welt“ fühlte.
Zum Unterschied von den Tieren, die nur die Gegenwart begriffen, hatte der Mensch eine Vergangenheit erworben; und er begann, nach einer Zukunft zu tasten.
Clarke springt nun in eine Zukunftsvision drei Millionen Jahre später: Nachdem ein Forschungsteam einen unbekannten Quarder auf dem Mond augegraben hat, sendet dieser Signale gen Saturn. Das Raumschiff „Discovery“ schickt Dave Bowman, Frank Pool und weitere Besatzungsmitglieder, die sich jedoch im Kälteschlaf schlummern, zu jenem fernen Planeten. Umso wacher ist Bordcomputer Hal 9000, der auf die Mission exakt programmiert wurde. Zu exakt?
Seit in seinen zahllosen Transistoren erstmalig ein Bewußtsein erwachte, war er von der Erfüllung des ihm zugewiesen Programms wie besessen; es bildete den elementaren Grund für seine Existenz schlechthin. Ohne von Gelüsten und Leidenschaften des organischen Lebens abgelenkt zu werden, hatte er sein Ziel stets absolut unbeirrt verfolgt.
Und so geht es, sobald die Crew die Monde des Saturns erreicht, nur noch ums Überleben. Clarke endet mit dem Kapitel „Sternenkind“ aus dem obriges Zitat stammt.

Warum dieses Buch?

Ach, toll, 2001 – Odysee im Weltraum gerade wiederentdeckt, nachdem im herrlichen Film „Interstellar“ der gute alten Science Fiction endlich mal wieder auf der großen Leinwand zu bewundern war. 1968 erschufen Kubrick und Clarke mit ihrer Zukunftsvision ein wahres Kunstwerk, wobei Kubrick eher für Ästhetik und Clarke für den Science-Faktor zuständig war. Die ganze Geschichte hinter dem Kinofilm erschließt sich nach der Lektüre des Romans. Der 2008 verstorbene Autor selbst liefert im Vorwort das bestmögliche Argument für diese Geschichte:  
In diesem Buch versuchen wir auf die keineswegs unvernünftige Frage eine keineswegs unmögliche Antwort zu geben. Doch vergesse man nicht: es handelt sich um einen Roman. Die Wahrheit wird – wie stets – weit erstaunlicher sein.
 

Lesetipp

Zuerst das Buch oder zuerst der Film? Diesmal ausnahmsweise völlig egal. Und noch ein Hinweis an dieser Stelle: Arthur C. Clarke ist ein Science-Fiction-Autor durch und durch. Wer mit dem Genre auch nur ein paar klitzekleine Probleme hat, wird mit dem Buch nicht glücklich. Zielgruppe:  Wer Interstellar im Kino liebte, wird sich auch 2001 mit Freude hingeben.  

Details zu 2001 – Odysee im Weltraum

Das Buch erschien 1969 im Originaltitel „2001 – A Space Odyssey“. Die Zitate beziehen sich auf die mittlerweile vergriffene Ausgabe von 1994 aus dem Heyne Verlag. Egon Eis übersetzte.  

Über Hella

Ich bin Hella. Mein Hobby ist angeln, Sätze angeln. Und die teile ich ab sofort auf meinem Blog. Ich lese schrecklich gerne und habe es im letzten Urlaub auf 22 Bücher gebracht. Okay, ich gebe zu, wir waren zehn Wochen auf Reisen. Wenn ich nicht lese oder reise, schreibe ich in einer Online-Redaktion in München News für Teenager. Was ich sonst noch mag: Gorgonzola, Coq au Vin, Tan Tan Men, gebratene Aubergine, Django Django, Element of Crime, Alexandra (ehrlich! voll!), Chilly Gonzales, Adam Green, Fleet Foxes, Zaz.

2 Kommentar zu Arthur C. Clarke – 2001 Odyssee im Weltraum

2 Kommentare zu Arthur C. Clarke – 2001 Odyssee im Weltraum

  • Die Satzfischerin Antworten

    ja, vielen lieben Dank!

  • Jolle Antworten

    Liebe Hella,
    hier ist ein Grammatik-Fehler in Deinem Post. Sollte es nicht lauten: »Denn er hatte die Zeitmaße seineS menschlichen Ursprungs…«?

Kommentar

© Die Satzfischerin

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